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Brassica oleracea cv. Bonner Advent

Eine besondere Spezialität der Bonner Region stellt das so genannte Adventsgemüse dar, welches bis in die heutige Zeit angebaut wird. Früher wurde es in unterschiedlichen Stämmen kultiviert (Endenicher Stamm, Poppelsdorfer Stamm), welche sich in der Kulturdauer und im Aussehen leicht unterschieden, heute existiert nur noch der Wirsing „Bonner Advent“.

Im August wird auf Saatbeete gesät, die Jungpflanzen werden dann im Herbst auf den Acker gepflanzt. Anfang Mai des darauf folgenden Jahres liefern diese dann das erste frische, mild schmeckende Kohlgemüse. Aus zur Blüte gelangten Pflanzen kann dann Saatgut zur Erhaltung der Sorte gewonnen werden. Welchen Wert die Pflanzen früher hatten, kann man daran sehen, dass erzählt wird, dass die Bauern bei der Ernte der Samenträger „versehentlich“ auf den Acker des Nachbarn gerieten.

Überhaupt spielten die Kohlarten früher in der menschlichen Ernährung eine weitaus größere Rolle als heute. Neben den Sommersorten standen Arten wie Weißkohl, Rotkohl und Wirsing, in Mieten oder Lagerkellern verwahrt, über Winter zur Verfügung; Rosenkohl und Grünkohl konnten auf dem Feld verbleiben und wurden bei Bedarf geerntet.

Der Köln-Bonner-Raum, seit langer Zeit ein wichtiges Gemüseanbaugebiet, hatte eine Vielzahl eigener Sorten wie den „Kölner Markt Wirsing“ oder „Vorgebirgsrosenkohl“. Dies konnte bei der Durchsicht alter Samenkataloge von Bonner Firmen festgestellt werden.