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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Sammlungen

Entsprechend den Forschungsrichtungen seiner Direktoren wechselte der Sammlungsbestand des Gartens im Laufe seiner Geschichte. Besonders bedeutende Forscher, die die Sammlungen in ihrer Zeit nachhaltig beeinflussten, waren Friedrich August Körnicke und Wolfgang Franke. Daneben diente die Anlage Wissenschaftlern der Landwirtschaftlichen Fakultät für Versuche mit vielen unterschiedlichen Pflanzen (zum Beispiel Akklimatisierung von Soja und Ölbaum).

Friedrich August Körnicke begründete 1867 einen Schwerpunkt „Getreidearten und Varietäten“, der auf der Weltausstellung 1873 in Wien gezeigt wurde und dort eine Auszeichnung erhielt.


Originale aus der Sammlung Körnicke, aus dem Bestand der Landwirtschaftlichen Fakultät. Die Sammlung wird im alten Hörsaal in der Meckenheimer Allee 167 aufbewahrt. Fotos: H. Fuchs, Bonn

1885 veröffentlichte F.A. Körnicke, zusammen mit H. Werner, das Lehrbuch „Handbuch des Getreideanbaues“.

Ab 1968 wurde von Professor Wolfgang Franke ein weiterer Schwerpunkt „Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen“ aufgebaut, der auch heute noch (2012) aktuell ist.

Aus dieser Sammlung ist sein Lehrbuch „Nutzpflanzenkunde“ entstanden, das auch heute in seiner 7. Auflage nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

Sammlung tropischer Pflanzen

In den Gewächshäusern wurde eine bemerkenswerte Sammlung tropisch-subtropisch verbreiteter Nutzpflanzen aufgebaut, die heute zu den größten ihrer Art in Deutschland gehört.

Die tropischen Nutzpflanzen können zur Zeit leider nicht gezeigt werden, da die Gewächshäuser aus Sicherheitsgründen für den Besucherverkehr gesperrt sind.

Einige ausgewählte Beispiele tropischer Nutzpflanzen sind:

Zitrus-Sammlung

Die Zitrus-Pflanzen bilden eine unserer Spezialsammlungen. Zurzeit kultivieren wir ca. 25 Arten und Sorten (pdf, 6 kB).

Sammlung temperater Pflanzen

Artischocke
(Cynara scolymus)

Asiatischer Wildapfel
(Malus pumila)

Bonner Advent
(Brassica oleracea ssp. oleracea convar. Sabauda cv. Bonner Advent)

Chinaschilf
(Miscanthus sinensis cv. Goliath)

Erdbeerbaum
(Arbutus unedo)

Kakipflaume
(Diospyros kaki)

Kiwi
(Actinidia chinensis)

Kork-Eiche
(Quercus suber)

Kornrade
(Agrostemma githago)

Lorbeer
(Laurus nobilis)

Lotusblume
(Nelumbo nucifera)

Mispel
(Mespilus germanica)

Waldmeister
(Galium orodratum)

 
Im Freiland finden sich in Demonstrationsflächen mit heimische Nutzpflanzen. Diese sind nach ihrer Nutzung übersichtlich in Beeten gepflanzt, z.B. Gewürz- und Wildgemüsepflanzen, ebenso wie stärke-, fett- und eiweißliefernde Arten. Die jeweilige Nutzungsform hat ein Schild in einer Farbe, sodass man sich leicht am Übersichtsplan orientieren kann. Bemerkenswert sind Getreidearten, Süßholz, Erdbeerspinat (Chenopodium capitatum), Süßholz (Glycyrrhiza glabra), Chinaschilf (Miscanthus sinensis), Getreidearten sowie die verschiedenen Kohl-Sorten. Aber auch ungewöhnliche, nutzbare Bäume und Sträucher sind ausgepflanzt. So die Korkeiche (Quercus suber), von der ein schönes Exemplar seit vielen Jahren im Freiland kultiviert wird.

Um die Gewächshäuser herum werden im Sommer Kübelpflanzen aufgestellt. Zum Beispiel die Baumtomate (Cyphomandra betacea), ein kleiner Baum, der aus den Anden von Peru - Brasilien stammt. Die Früchte, Beeren von der Größe kleiner Hühnereier, sind rot gefärbt und werden roh als Gemüse gegessen oder als Saft und Kompott zubereitet.

Die Quito-Orange (Solanum quitoense) stammt aus den Anden von Ecuador - Bolivien. Die reifen Beeren ähneln einer kleinen Orange und werden zu Lulosaft, Marmeladen, in Konserven und zu Sirup verarbeitet.

In den 80er Jahren wurde damit begonnen, im Zusammenhang mit Forschungsprojekten der damaligen Abteilung Geobotanik und Naturschutz am ehemaligen Institut für Landwirtschaftliche Botanik, einheimische Wildpflanzen zu kultivieren. Der eine Teil dieser Arten wird in der Lehre für Studierende eingesetzt, der andere Teil dient als Erhaltungskulturen, wie zum Beispiel die vom Aussterben bedrohten Arten der Ackerbegleitvegetation („Ackerunkräuter“, darunter so seltene Arten wie Kornrade (Agrostemma githago), Strahlen-Breitsame (Orlaya grandiflora) und Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris).

Ab 2002 wurde die Sammlung Regionaler Nutzpflanzen verstärkt ausgebaut.

Regionale Nutzpflanzen

Global denken, lokal handeln - dies ist auch eine Verpflichtung für die Bonner Gärten. Nutzpflanzen spielten hier schon immer eine besondere Rolle: Die Nutzpflanzensammlung ist mit über 1.000 verschiedenen Arten und Sorten ein bedeutender Teil der Botanischen Gärten der Universität Bonn. Dazu gehören auch einige Spezialitäten aus Bonn und Umgebung.

Weitere Sammlungen

Die Lotusblume (Nelumbo nucifera) gilt im Buddhismus als ein Symbol für Reinheit. Das liegt an der wasserabstoßenden Oberfläche der Blätter: Abrollende Regentropfen reißen Schmutzpartikel mit sich, so dass die Blätter immer sauber bleiben. Dieses Phänomen wird heute in neuen Technologien angewandt, deren Grundlagen in den Botanischen Gärten Universität Bonn entdeckt wurden und weiter erforscht werden.