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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Die Libellenfauna der Botanischen Gärten in Bonn

Die Botanischen Gärten Bonn bieten neben vielfältigen Lebensräumen für Pflanzen auch einer Vielzahl von Tieren ein Zuhause. Neben Bienen, Käfern und Schildkröten ist es auch eine Reihe von Libellenarten, die sich in den stehenden Gewässern am Schlossgarten heimisch fühlen. Da es im Garten keine fließenden Gewässer gibt, sind es ausschließlich Arten, die stehende Gewässer, zum Teil mit reichhaltiger Schwimmblattvegetation, bevorzugen.

Aeshna cyanea (Männchen) - Blaugrüne Mosaikjungfer
(c) T. Böhnert

Libellen gehören zu den Insekten und besitzen wie viele Insekten zwei Lebensabschnitte. Nach der Eiablage in oder an einem Gewässer entwickelt sich die Nymphe (Larve), welche sich mehrfach häutet. Dieses Stadium kann bis zu drei Jahren dauern. Ist die Zeit gekommen, krabbelt die Nymphe aus dem Wasser und die geschlechtsreife Libelle schlüpft. Nachdem sie ihre Flügel aufgepumpt hat und ausgehärtet ist, beginnt ihr zweiter Lebensabschnitt, in dem sie sich paaren wird, um neue Nachkommen zu zeugen.

Libellen (Odonata) gehören zu den ältesten Insekten und ihre Vorfahren konnten von 230 Millionen Jahren beachtliche Flügelspannweiten von bis zu 70 cm erreichen. Seit circa 150 Millionen Jahren hat sich die Größe der Libellen im Vergleich zu den heutigen nicht mehr großartig verändert.

Ischnura elegans (Männchen) - Große Pechlibelle
(c) T. Böhnert

In Deutschland leben circa 80 Arten, dazu gehören sowohl Kleinlibellen (Zygoptera) als auch Großlibellen (Anisoptera), wovon circa 44 Arten in der Roten Liste geführt werden. Hauptgrund für den Rückgang vieler Arten ist die anhaltende Zerstörung und Fragmentierung von Biotopen, welche für die Libellen lebenswichtig sind.

Einen ersten Beitrag zur Libellenfauna in den Botanischen Gärten Bonn veröffentlichte Schmidt (1990). Er konnte seinerzeit 27 Arten nachweisen. In ihrer Diplomarbeit (1990) geht Susanne Riga ebenfalls auf die Libellen ein.

In den Jahren 2007 und 2008 konnten im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss zwölf Arten bestimmt werden. Eine weitere Art konnte nicht bestimmt werden, da sie sich der Gefangennahme bzw. Bestimmung entziehen konnte. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und die Artennamen bzw. Bestimmungen nur unter Vorbehalten hier aufgeführt sind.

Dr. Thomas Wagner, Bonn danken wir für das kritische Durchsehen der Liste, dem Forschungsmuseum Koenig für die Genehmigung, die Arbeit „E. Schmidt: Libellenbeobachtungen in der Stadt: Der Botanische Garten in Bonn. – Tier & Museum 2(2): 42 – 52, 1990“ als PDF auf diese Seite zu stellen.

Riga, S. (1990): Limnologische Untersuchungen des Poppelsdorfer Weihers und ausgewählter Kleingewässer des Botanischen Gartens Bonn. – Unveröffentlichte Diplomarbeit (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn), 152 S.

Text: Tim Böhnert, seinerzeit Auszubildender in den Botanischen Gärten Bonn, jetzt Student in Bonn