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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Biotope

Gehölzbestand

Vor der ersten Einflussnahme des Menschen auf die heimische Vegetation war das gesamte Rheinland fast ausschließlich von Wald bestanden. Lediglich Röhricht- oder Großseggenbestände an den Ufern von Seen und Flüssen, Moore, Felswände und extrem flachgründige Steinschutthalden können als natürlicherweise waldfrei betrachtet werden (MEYER & SCHUMACHER 1978).

Aufgrund dieser überragenden Bedeutung des Vegetationstyps "Wald" in Mitteleuropa wurde dem Gehölzbestand etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Fläche in der Biotopanlage vorbehalten. Dennoch sind einer sinnvollen Darstellung von Waldbeständen in der "Biotopanlage" besonders enge Grenzen gesetzt: aus Platzgründen konnte langfristig maximal ein Exemplar einer jeden heimischen Baumart anvisiert werden. Eine floristische Differenzierung entsprechend wechselnder Standortbedingungen wird im krautigen Unterwuchs des Gehölzbestandes angestrebt.

Ähnlich wie der Trockenbereich ist auch der Gehölzbestand in Teilbereiche unterschiedlicher Bodenfeuchtigkeit mit seinen jeweils spezifischen Waldpflanzen aufgeteilt: ausgehend von trocken-sandigen, über frische bis kühlschattig-feuchte und schließlich wasserüberstaute Standorte wird das gesamte heimische Waldspektrum bei wechselndem Nährstoffgehalt des Bodens gezeigt.

Im Zentrum des Gehölzbestandes wird ein Teilbereich als basen- und nährstoffreicher, ein anderer als basen- und nährstoffarmer Buchenwald bepflanzt. In Richtung zunehmender Bodenfeuchte schließt ein Traubenkirschen-Erlen-Eschenbestand an und vermittelt über Auwaldbereiche in Richtung auf die angrenzende Verlandungsreihe hin.

Entlang eines vertieften und entsprechend mit Basalt gestalteten Fußweges (Schluchtweg) werden wichtige Arten der kühlschattigen Schlucht- und Blockschutt-Wälder gezeigt. In Richtung auf die angrenzende Heidefläche vermitteln Gehölze der nährstoffarmen Sandstandorte, während ein orchideenreicher Buchenwald zu den trockenen Kalkstandorten überleitet.

Wie eingangs angesprochen, rückt die "Biotopanlage" den Lebensraum als solchen ins Zentrum des Interesses. Vor allen Dingen im Hinblick auf die drängenden Probleme des Natur- und insbesondere des Flächenschutzes will die "Biotopanlage" einen Beitrag für eine zeitgemäße Konzeption des Botanischen Gartens in Bonn leisten. Für sämtliche an der Planung Beteiligten steht zu hoffen, dass die neue Lehrabteilung ihren Anspruch erfüllen kann, die anstehenden Probleme der Lebensraumvernichtung ins Bewusstsein von Studenten und Gartenbesuchern zu rücken und hier das Interesse für die Naturschutzproblematik zu wecken.


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