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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Biotope

Vegetation des Bonner Umlandes

Der Naturraum, den die Biotopanlage repräsentiert, lässt sich wie folgt umgrenzen: er umfasst als Mittelgebirge Eifel und Siebengebirge, das Tiefland der Niederrheinischen Bucht mit dem angrenzenden Höhenzug der Ville sowie der Wahner Heide.

Weiterhin wurden wesentliche Biotoptypen der großen Flusstäler von Rhein, Mosel und Ahr sowie wichtiger Vorkommen im "Hohen Venn" aufgegriffen. Diese Naturräume wurden in dieser Weise für die Biotopanlage ausgewählt, weil sie in ihrer Gesamtheit floristisch und pflanzensoziologisch als besonders reichhaltig gelten (vgl. MEYER & SCHUMACHER 1978).

Dies liegt unter anderem an der pflanzengeographischen Übergangsstellung dieser Region: Sie liegt - bedingt durch Klima und Relief - im Grenz- und Überschneidungsbereich besonders vieler Florenregionen (vgl. MEUSEL et al. 1965). Neben den "mitteleuropäisch" (eurasiatisch-subozeanisch) verbreiteten Arten treten noch eine Reihe weiterer Florenelemente in Abhängigkeit des Lokalklimas auf:

  • atlantische Florenelemente strahlen vor allem aus Westeuropa ein
  • kontinentale Florenelmente reichen aus Ost- und Südosteuropa bis ins Rheinland
  • mediterrane und submediterrane Florenelemente sind im Einflussbereich des Mittelmeeres beheimatet und erreichen an besonders warmtrockenen Standorten bei uns häufig ihre Verbreitungsnordgrenze
  • boreale bzw. boreal-alpine Florenelemente "gehören" eigentlich nach Nordeuropa oder in die europäischen Hochgebirge und finden vor allem in den Hochlagen der Eifel geeignete Lebensbedingungen (KERSBERG 1967, TRAUTMANN et al. 1973).

Alle diese Arten "fremder" Florenelemente bereichern die regionale Pflanzenwelt erheblich. Darüberhinaus ist aber auch die bewegte geologische Entstehungsgeschichte des Rheinischen Schiefergebirges mitverantwortlich für diese Vegetationsvielfalt: Die hohe Zahl verschiedener Untergrundgesteine hat zusammen mit den vulkanischen Aktivitäten in der Region zu einer bemerkenswerten Vielfalt an Gesteinen und Böden geführt. Dies wiederum ist eine wesentliche Ursache für die Entstehung einer vielfältigen und abwechslungsreichen Vegetation, die das Rheinische Schiefergebirge charakterisiert (KERSBERG 1967).


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