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Freiland

Rhododendren

Ein besonderer Höhepunkt im Gartenjahr ist das Erblühen der Rhododendren im Rondell. Bereits zeitig im Jahr (Februar/März) öffnen Frühblühende asiatische Arten wie Rhododendron x praecox, R. lutescens und R. mucronulatum ihre Blüten. Der größte Teil der Arten steht ab Mitte April in Blüte. Dann lohnt sich ein Besuch sehr.

Rhododendren aus der Familie der Erikagewächse gehören zu den beliebtesten Ziersträuchern in unseren Gärten. Sie erfreuen vor allem durch ihre prachtvollen Blüten. Das Angebot von etwa 12.000 Hybriden ist unüberschaubar groß. Je nach Art und Sorte stehen ab Februar bis Juni in allen Farben blühende, immergrüne oder laubwerfende Sträucher zur Verfügung. Diese Vielfalt ist aus Züchtungen entstanden, an denen einige der circa 1.000 Wildarten besonders großen Anteil haben, zum Beispiel Rhododendron catawbiense, R. forrestii, R. yakushimanum.

Die natürliche Verbreitung der meisten Wildarten erstreckt sich über die gesamte nördliche Hemisphäre. Nur in Indonesien, Neuguinea und an der Nordspitze von Australien sind sie auch jenseits des Äquators vertreten. Die größte Artenvielfalt findet sich in Westchina und Neuguinea. In Europa sind dagegen nur acht Arten und ein Naturbastard heimisch. Dazu gehören die bekannten Alpenrosen, R. ferrugineum und R. hirsutum. Auch wenn diese beiden Arten in den Alpen gerne über Kalkgestein wachsen, bevorzugen Rhododendren als obere Bodenauflage saures, humoses und nährstoffreiches Substrat, das immer eine leichte Feuchtigkeit aufweist. Im Garten wird daher häufig Torf zur Bodenverbesserung verwendet. Als Alternative zu den stark gefährdeten Torfabbaugebieten in Nord-Europa bieten sich aber auch gut zersetzter, ungekalkter Laub-, Nadel- oder Rindenkompost an.

Die frühere systematische Unterscheidung zwischen der Gattung Azalea (laubwerfende oder halbimmergrüne Sträucher mit 5 Staubblättern) und der Gattung Rhododendron (immergrüne Sträucher mit 10 Staubblättern) wird heutzutage von Botanikern nicht mehr anerkannt. Die Gattung Azalea (griechisch: trocken, dürr) wurde daher in die Gattung Rhododendron (griechisch: Rosenbaum) überführt. Dennoch halten sich im gärtnerischen Sprachgebrauch die Bezeichnungen „Rhododendren“ für immergrüne und „Azalee“ für kleinwüchsige, laubwerfende Pflanzen aufrecht.