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Araukarien

Andentanne
Foto: W. Lobin

Die Andentanne oder Araukarie (Araucaria araucana) gehört zu den Nacktsamern (Gymnospermen) und ist somit mit unserer Tanne und Fichte verwandt. Sie gehört zu der Familie der Araucariaceae, in der auch die Wollemie zu finden ist. Sie ist in Süd-Chile und Argentinien (Patagonien) verbreitet. Bei uns ist sie nur in Gegenden mit mildem Weinbauklima im Freien winterhart. In Bonn gibt es in mehreren privaten Gärten große alte Exemplare.

Bei der Andentanne handelt es sich um einen bis zu 50 m hochwerdenden Baum. Bei uns bleibt sie aber deutlich kleiner und erreicht ca. 15 m. Die Nadeln sind relativ breit, sehr hart und spitz. Sie sind spiralig an den Zweigen angeordnet und stehen dachziegelartig sehr dicht. Durch diese Stellung haben Affen angeblich ein Problem, auf den Baum zu gelangen, davon leitet sich der englische Name „Monkey Puzzle Tree“ ab. Dieser Name stammt von einem Ausspruch eines Engländers, als er den Baum zum ersten Mal sah. Affen gibt es in Patagonien aber keine.

Die Andentanne ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Bäume. Die weiblichen Fruchtzapfen werden groß und haben einen Durchmesser bis zu 20 cm. An ihnen finden sich die Samenschuppen, die 4-5 cm lang werden. Sie werden im Spanischen „Piñones“ (das bedeutet Pinienkerne) genannt. Sie sind eßbar und die Ureinwohner, die Pewenchen, ernährten sich im Winter ausschließlich von ihnen. Der Baum heißt in der Mapuche-Sprache „Pewen“ (hispanisiert Pehuen) und von ihm leitet sich der Name Indianer ab. Die Andentanne und die Indianer kommen in der chilenischen Provinz Araucanía vor, von der sich der lateinische Name der Gattung Araucaria ableitet.

Die Andentanne ist sehr langsam wüchsig und kann bis zu 1.000 Jahre alt werden. Das Holz findet vielfältige Verwendung, die Art ist vom Aussterben bedroht und steht unter Schutz.

Ein schönes Exemplar steht im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss im Arboretum 8 am Hanstein-Weg und eine Gruppe im ArbCA an der Ecke Pfeffer- und Paul-Weg.