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Osterluzeigewächse

Zwei extrem auffällige große Lianen stehen links und rechts am Wasserbecken mit der Riesenseerose Victoria (Victoriahaus). Wie gewaltige Lappen hängen riesige beige - trüb purpurfarbige Blüten unter der Gewächshausdecke. Auf der Seite zum Sukkulentenhaus hin ist dies Aristolochia grandiflora.

Die Blüten sind bis 40 cm breit und mit einem lang ausgezogenen Zipfel bis 1 m lang. Die Art ist weit verbreitet in Zentralamerika. Auf der gegenüberliegenden Seite ist es die vielleicht etwas bescheidenere Aristolochia gigantea aus Panama. Den geringfügig kleineren Blüten fehlt der langausgezogene Zipfel. Genau so düster wie die Blüten sind die leberartigen Knospen, die sich bereits in der Nacht öffnen und die Blüte hält zwei Tage.

Es handelt sich um zwei Mitglieder der Osterluzei-Gewächse Aristolochiaceae mit typischen Täuschblumen. Durch die trüben Farben und zusätzlich bei Aristolochia grandiflora durch einen ekelhaften Kot- und Aasgeruch locken sie Schmeißfliegen an, die im Inneren der Blüte gefangen werden. Ökologisch spricht man hier von Ekelblumen nach dem Bauprinzip der Kesselfallenblumen – ähnlich wie bei der Titanwurz oder dem heimischen Aronstab (in letzten beiden Fällen sind es allerdings Blütenstände).

Die großblumigen Pfeifenblumen gehören zu den auffälligsten und merkwürdigsten Pflanzen in unserem Warmhausbereich. Insgesamt gibt es weltweit – mit dem Schwerpunkt in den Tropen – rund 120 solcher Aristolochia–Arten . Eine davon ist durch die Römer eingebracht seit beinahe 2000 Jahren bei uns verbreitet: Aristolochia clematitis, eine relativ unscheinbare kleine Pflanze, die man in der Umgebung von Bonn an der Siegmündung noch finden kann.