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Das Regenwaldhaus

Bananen

Ausgerechnet Bananen – sie sind das bekannteste und beliebteste Obst. Die Wildformen, es gibt circa 40 verschiedene Arten, stammen alle aus Südostasien. Bananen werden aber heute weltweit kultiviert.

Im Regenwaldhaus blüht regelmäßig eine unserer großen Bananen (Musa acuminata). Die einzelnen Blüten stehen in einem großen Blütenstand, der herabhängt, die Spitze, leicht an den roten Hüllblättern erkennbar, hängt also falsch herum.

Bananen haben eingeschlechtliche Blüten, die weiblichen stehen am Blütenstand unten und die männlichen oben. Auf dem ersten Bild sieht man nur weibliche Blüten, denn die männlichen befinden sich noch zwischen den roten Hüllblättern und sind in diesem Zustand nicht sichtbar.

Die weiblichen Blüten sind durch die dicken unterständigen Fruchtknoten leicht erkennbar (Bild 2). Sie haben drei Blütenblätter (Tepalen), die Staubblätter sind zu Staminodien umgewandelt, in der Mitte befindet sich der Griffel. Der unterständige Fruchtknoten, aus dem sich nach der Bestäubung die Banane entwickelt, ist ebenfalls gut erkennbar. Sie werden zuerst ausgebildet. Dadurch wird eine Selbstbestäubung verhindert, der eigene Pollen steht noch nicht zur Verfügung, wenn die weiblichen Blüten im Blütenstand empfängnisbereit sind.

Bananen werden durch Flughunde bestäubt. Wenn ein Flughund beladen mit Pollen von einem anderen Blütenstand käme, dann würden die weiblichen Blüten unseres Blütenstandes bestäubt werden. Das kann natürlich nicht passieren, da wir keine Flughunde im Gewächshaus haben, die Blüten besuchen. Außerdem benötigen Kulturbananen überhaupt keine Bestäubung mehr, damit sich Früchte entwickeln.

Auf dem dritten Bild sieht man den Blütenstand mit einem ersten Kranz männlicher Blüten, das erste Hüllblatt ist abgespreizt und die Blüten sind zugänglich. Jeder Kranz der männlichen Blüten ist von einem Hüllblatt bedeckt, das die noch nicht sichtbaren Blüten vor den scharfen Krallen der Fledermäuse schützt, die den Nektar auflecken wollen, der reichlich von den Blüten abgegeben wird. Dabei wird ihnen der Pollen übertragen, den sie dann zu einem weiteren Blütenstand bringen. Bei den männlichen Blüten kann man die Blütenblätter (Tepalen) besser erkennen, sie bilden eine Röhre, in der sich die Staubblätter befinden. Der Griffel in der Mitte hat keine Funktion mehr.

Die Bananen werden bei uns reif und sind auch sehr schmackhaft.

Die Banane (Musa x paradisiaca) war im November 2008 die Pflanze des Monats.

Bildergalerie: Bananen