Home | Übersicht | Kontakt | Impressum

Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Das Mittelmeerhaus

Ohne Feuer kein Leben - Warum die Banksie es heiß mag

BanksiaIm Mittelmeerhaus der Botanischen Gärten werden verschiedene Arten der Gattung Banksia kultiviert. Die Pflanzen haben ihren Namen von Sir Joseph Banks, dem ersten Direktor von Kew Gardens (London) erhalten. Banks entdeckte während einer der Cook'schen Weltumsegelungen in Botany Bay nördlich von Sydney beim Botanisieren Banksien.

Banksien entstammen den Trockengebieten Australiens und sind an Buschfeuer angepasst. Man nennt solche Pflanzen auch Pyrophyten.

Die Blätter der Banksie sind hart und nicht brennbar. Der Kolben aber brennt wie Zunder, wenn die abgetrockneten Staublätter zum Beispiel durch ein Buschfeuer in Brand geraten. Durch die Hitze hervorgerufen „platzen“ die Samenkapseln, etwa 15 - 30 pro Kolben, an einer Sollbruchstelle auf. Die Samen werden durch die bei einem Buschfeuer herrschenden Winde aus der Kapsel herausgezogen und auf die von Unkräutern befreiten Flächen abgelegt. Hier können die Samen im Aschebeet ohne Konkurrenz auflaufen und eine neue Generation Banksien bildet sich. Natürliche Buschfeuer treten etwa alle 7 - 12 Jahre in Australien auf. Solange verharren die Samen in den Samenkapseln und „warten“ so über die Jahre auf den passenden Moment. Dieser Baum ist zwingend auf Buschfeuer angewiesen. Ohne Feuer - Kein Leben.

In den Botanischen Gärten ernten wir die Samen der Banksien, um selber Nachzuchten anzulegen oder um die Samen anderen Botanischen Gärten im Rahmen des Index Seminum Austauschprogramms zur Verfügung zu stellen.

Hier ahmen wir das Buschfeuer nach, indem wir die Banksien auf einem handelsüblichen Grill anbrennen. Nach wenigen Minuten öffnen sich die dickwandigen Samenkapseln an der Sollbruchstelle und mit einer Pinzette werden die zwei beflügelten Samen entnommen und ihrer weiteren Bestimmung zugeführt.