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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Das Mittelmeerhaus

Der Ölbaum am Sommerstandort der Botanischen Gärten BonnVor dem geplanten Umtopfen, pünktlich zum Herbstanfang, wurden circa 1000 Liter Erde gemischt. Zusammensetzung: ca. 300 Liter sterilisierter Rasensodenkompost, 240 Liter Einheitserde, 300 Liter Bimskies, 160 Liter Buchenlaubkompost, 100 Gramm Urgesteinsmehl, 500 Gramm Osmocote - Langzeitdünger. Um einer möglichen Infektion vor allem durch Pilzsporen und Viren vorzubeugen, wurde die Innenseitenoberfläche eines gebrauchten Eichenholzkübel mit einem Gasbrenner ausgebrannt, also keimfrei gemacht.

Vorbereitung des TransportsDie Abflusslöcher im Kübel werden mit Tonscherben abgedeckt. Die Tonscherben sorgen für den Abfluss von überschüssigem Gieswasser, verhindern aber auch das Eindringen von Regenwürmern, welche in Kübelkulturen mehr Schaden als Nutzen anrichten. Nun wird noch eine circa 10 cm dicke Bimsschicht zur Drainage eingefüllt und dann gleichmäßig verteilt.

Inspektion von Stamm und Kübel des ÖlbaumesDer Fahrer des zu einem Gabelstapler umgebauten Traktors und der Meister des Mittelmeerhauses inspiziert Stamm und Kübel des Ölbaums, während der Baumschuler Leinen, der sonst zum Schattieren der Gewächshäuser genutzt wird, faltet, um den Stamm damit zu umwickeln. Dies schützt die Rinde beim Transport vor Beschädigung.

Festziehen der LeinenNachdem der Schattierleinen um den Stamm gewickelt ist und ein Seil mit jeweils einer Schlaufe an beiden Enden so am Stamm verknotet wurde, dass die beiden Enden gleiche Länge aufweisen, wird nun festgezogen.

Schlaufen an beiden Enden des StammesEin weiterer Mittelmeerhausmitarbeiter ist hinzugekommen und zieht nun mit dem Baumschuler die Schlaufen des Seils auf die Gabeln des Traktors. Letzte Begutachtung, und der erste vorsichtige Versuch, den Baum anzuheben, wird unternommen.

Schutz des Stammes ist notwendigBeim Anheben wird schnell klar, dass ein weiterer Schutz des Stamms notwendig ist. Über die obere Querstrebe der Gabelhalterung des Traktors wird ein Plastiksack, gefüllt mit Juteleinen, zum Schutz der Rinde angebracht und die Seilenden werden noch einmal in Position gezogen. So sollte sich der Baum gefahrlos transportieren lassen. Vor dem Transport wird aber noch ausgetopft und abballiert.

Ausstopfung und AbballierungNun werden erst einmal - nach dem die haltenden, feuerverzinkten Eisenringe mit dem Hammer heruntergeschlagen wurden - die Dauben vom Wurzelballen entfernt. Der Ballen wird mit einem Spaten rundherum um zirka ein Drittel reduziert. Der alte Kübel hatte eine Höhe von 130 cm und einen Durchmesser von 90 cm, der neue Kübel ist nur 85 cm hoch, hat aber einen Durchmesser von 110 cm.

Auflockerung des WurzelballensMit einem speziellen Eisen wird der äußere Wurzelballen etwas aufgelockert. Das an der Vorderseite im 90-Grad-Winkel gebogene, etwas spitze Eisen wird von oben nach unten durch das äußere Wurzelwerk gezogen, hierbei werden abgestorbene Wurzelteile herausgerissen und der äußere Ballenrand wird etwas aufgelockert. Das fördert die Bildung neuer Wurzelntriebe und deren Etablierung in frischer Erde.

Transport in das MittelmeerhausDer Transport erfordert großes Geschick und gute Kenntnisse des Areals. Zwei Mitarbeiter halten den Baum am gespannten Seil möglichst schaukelfrei. Nach vorsichtigem Manövrieren an den Ästen des Leucadendron argenteum vorbei Ankunft im großen Mittelmeerhaus!

Kräftiger Rückschnitt des BaumesLetztes Verkürzen des Wurzelballens mit dem Spaten - da Olivenbäume recht robust sind, kann man hier ein so radikales Zurückstutzen des Wurzelballens vornehmen. Viele andere Bäume gleichen Alters (circa 40 Jahre), würden dies nicht tolerieren.Nach dem Umtopfen wird der Baum kräftig zurückgeschnitten. Dies ist für eine gute Regeneration dringend notwendig, da ja auch der Wurzelballen stark reduziert wurde und erst einmal frische Wurzeltriebe bilden muss, um eine füllige Krone und ihre vielen Blätter ausreichend mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen.