Home | Übersicht | Kontakt | Impressum

Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Das Sukkulentenhaus


Blick in das Sukkulentenhaus. Foto: U. Klopp, Uni Bonn

In diesem Haus werden wasserspeichernde (= sukkulente) Pflanzen der Wüsten und Halbwüsten gezeigt. Unter dem Begriff „Sukkulenten“ werden Arten aus ganz unterschiedlichen, nicht miteinander verwandten Familien zusammengefasst. Sie haben eine Fülle verschiedenster Anpassungsstrategien entwickelt, die es ihnen ermöglicht, an extremen Standorten, was die Menge der Niederschläge, die Sonneneinstrahlung sowie die Temperatur betrifft, zu überleben.

In den Botanischen Gärten gibt es nun auch das Kleine Sukkulentenhaus.
 

Alle Arten haben eins gemeinsam: Sie können in den Blättern und Sprossen große Mengen von Wasser speichern. Mit diesem gespeicherten Saft (= lateinisch succus) gehen diese Pflanzen außerdem sehr sparsam um. So zum Beispiel kann die Zahl der Spaltöffnungen und somit der „Atmungsöffnungen“, durch die Wasser verloren gehen kann, reduziert werden. Auf diese Weise können sukkulente Pflanzen mehrmonatige Trockenzeiten problemlos überdauern.

Die verschiedenen sukkulenten Arten haben sich dabei auf ganz unterschiedliche Weise morphologisch ihrer Umwelt angepasst: der Pflanzenkörper ist häufig bizarr gestaltet. Zahlreiche Beispiele hierzu werden in diesem Schauhaus und speziell in dem Schaukasten gezeigt: In seiner Mitte sind die sogenannten „Lebende Steine“ (Lithops spp.) ausgestellt, die sich so ihrer Umgebung angepasst haben, dass man sie nur sehr schwer entdecken kann. Man spricht hier von mimetischen Arten.

Steht man mit dem Rücken vor dem Schaukasten, dann befinden sich links des Weges sukkulente Pflanzen aus der Neuen (Amerika) und rechts solche der Alten Welt. Typische Pflanzen der Neuen Welt sind die Kakteen, die bekanntesten unter den Sukkulenten. Diese Pflanzenfamilie ist, bis auf eine einzige Ausnahme, ursprünglich nur in der Neuen Welt verbreitet gewesen.

Sukkulente Pflanzen,insbesondere Kakteen erfreuen sich großer Beliebtheit und werden häufig kommerziell gehandelt. Hier sind besonders auch Fragen des Artenschutzes zu berücksichtigen.

Die im Mittelmeergebiet heute häufig vorkommenden Feigenkakteen (Opuntia spp.) sind dorthin nur mit Hilfe des Menschen gelangt. Auf der rechten Seite des Weges befinden sich ebenfalls Arten, die wie Kakteen aussehen, hierbei handelt es sich aber um Arten aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Die Ähnlichkeit zwischen den beiden Gruppen beruht nicht auf einer engen verwandtschaftlichen Stellung der beiden Familien, sondern auf dem Grundprinzip der Konvergenz: Unter gleichen Standortbedingungen können sich unabhängig voneinander sehr ähnliche Körpermerkmale bei ganz unterschiedlichen Arten entwickeln.

Wichtige Arten im Sukkulentenhaus:

  • Goldstachelkaktus (Echinocactus grusonii),
  • Königin der Nacht (Hylocereus undatus),
  • „Lebende Steine“ (Lithops spp.),
  • Säulenkaktus (Pilosocereus sartorianus)
    Der Säulenkaktus Pilosocereus sartorianus blüht nachts, da seine Blüten von Fledermäusen bestäubt werden. Die weißen Haare wachsen am oberen Ende, dem Cephalium, und ermöglichen es den Tieren, sich beim Nektartrinken oder Pollensammeln festzuhalten. Denn Fledermäuse können nicht wie Kolibris im Schwirrflug vor den Blüten stehen.
  • Allenrolfea vaginata aus Argentinien, unsere älteste Gewächshauspflanze, die sich seit 1919 bei uns in Kultur befindet,
  • mehrere imposante Cyphostemma-Arten, die zu den Verwandten unserer Weinrebe gehören,
  • die skurrile Welwitschie (Welwitschia mirabilis), die nur zwei bandartige Blätter hat, die zeitlebens an der Basis weiterwachsen und an der Spitze zerfransen. Sie ist ein Verwandter der Nadelbäume und kommt aus der Wüste Namib.

Blühende Parodien

Stachelige Schönheiten