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Pflanze des Monats Dezember 2016

Die Libanon-Zeder

Die Libanon-Zeder
Ein Erkennungsmerkmal der Libanon-Zeder: Die blaugrünen Nadeln der Zedern stehen büschelig an Kurztrieben.
Foto: W. Lobin

Zedern zählen zu den besonders bemerkenswerten Baumgestalten in Parkanlagen und Botanischen Gärten. Sie können bis 40 m hoch werden und bilden mit ihren mächtigen Ästen sehr weit ausladende Kronen. Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) kommt im südwestlichen Teil Anatoliens, dem Libanon und in einem kleinen Teil Syriens vor. Wer einmal Zedern am natürlichen Standort gesehen hat, weiß, wie beeindruckend sie dort aussehen.

Aus diesem Grund waren diese Bäume schon zu biblischen Zeiten verehrt und begehrt, vor allem als Bauholz für repräsentative Schiffs- und Tempelbauten im Vorderen Orient. So ist es nicht verwunderlich, dass die Zeder auch in der Bibel erwähnt wird (z.B. 1. Könige 7, 1-4; 9,11): „An seinem Palast baute Salomo dreizehn Jahre, bis er ihn ganz vollendet hatte. Er baute das Libanonwaldhaus, hundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch, mit drei Reihen von Zedernsäulen und mit Zedernbalken über den Säulen. Eine Decke aus Zedernholz war über den Kammern, die über den Säulen lagen; es waren fünfundvierzig Säulen, fünfzehn in jeder Reihe. ...“

Die Libanon-Zeder ist eine von zahlreichen Pflanzen, die in der Bibel und auch im Koran eine Rolle spielen. In einer aktuellen Publikation des ehemaligen Gartendirektors Professor Wilhelm Barthlott und Mitarbeitern werden diese Pflanzen ausführlich vorgestellt und der religiöse, botanische und kulturgeographische Hintergrund aufgezeigt. Die Publikation ist beim Bundesamt für Naturschutz erhältlich.

Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss steht eine schöne, ca. 50 Jahre alte Libanon-Zeder in der Nähe des Rhododendron-Rondells. Auch viele weitere Pflanzen der heiligen Bücher werden in den Botanischen Gärten kultiviert.

W. Lobin & C. Löhne


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