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Pflanze des Monats Mai 2018

Der Sassafrasbaum

Der Sassafrasbaum
Nahaufnahme der winzigen Blüten des Sassafrasbaums
Bild: T. Böhnert / Uni Bonn

Der Sassafrasbaum (Sassafras albidum) stammt aus dem östlichen Nordamerika und gehört zu den Lorbeergewächsen. Aufgrund seines charakteristischen, würzigen Geruchs wird er manchmal auch Fenchelholzbaum genannt.

Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss steht ein rund 80 Jahre altes, weibliches Exemplar zwischen Rhododendron-Rondell und Magnolienhain. Er steht zurzeit in voller Blüte – wenn auch recht unscheinbar – und die ersten, charakteristisch gelappten Blätter erscheinen.

Sassafras albidum ist eine seit langem bekannte Medizinalpflanze. In der nordamerikanischen traditionellen Medizin wurden die Wurzeln und insbesondere deren Rinde gegen allerlei Krankheiten eingesetzt. Außerdem waren die aromatischen Wurzeln Grundlage für das Root Beer, ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk mit leicht stimulierender Wirkung. Inzwischen ist allerdings klar, dass der Hauptinhaltsstoff Safrol als Nervengift und möglicher Verursacher von Leberkrebs einzustufen ist.

Der Sassafrasbaum erinnert aber auch an die 200-jährige Geschichte der Botanischen Gärten der Universität Bonn: Der Gründungsdirektor Christian Gottfried Nees von Esenbeck untersuchte die Lorbeergewächse ausführlich: Im Jahre 1836 veröffentlichte er das umfassende Werk „Systema laurinarum“, in dem er auch dem Sassafrasbaum den bis heute gültigen Namen Sassafras albidum (Nutt.) Nees gab. Der ebenfalls gebräuchliche Name Sassafras officinale geht auf seinen jüngeren Bruder Theodor Friedrich Nees von Esenbeck zurück, der Pharmazie an der Universität Bonn lehrte.

Dr. Cornelia Löhne


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