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Pflanze des Monats Juli 2007

Die Telegraphenpflanze

Die Telegraphenpflanze
Bild: W. Lobin

Dass Pflanzen in der Lage sind, schnelle Bewegungen durchzuführen, ist ein besonders interessantes Phänomen. Der berühmte englische Evolutionsforscher Charles Darwin hat sich in seinem Buch „Das Bewegungsvermögen der Pflanzen“ mit diesen Fragestellungen beschäftigt.

Von der Mimose (Mimosa pudica) und der Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) ist dies noch am ehesten bekannt. Diese beiden Arten reagieren auf Berührungsreize: die Venusfliegenfalle schließt ihre Fallen und fängt so kleine Insekten und bei der Mimose klappen die Fiedern zusammen.

Bei einer weiteren Art, der Telegraphen- oder Semaphorenpflanze geschieht dies auf andere Art und Weise. Semaphoren waren vor der Einführung der Telegraphie eine Methode, Informationen über weite Strecken zu verbreiten: An einem Mast waren Arme angebracht, die in bestimmten Reihenfolgen auf- und nieder bewegt wurden und so verschlüsselte Nachrichten verbreiteten. Und genauso funktioniert auch die aus Asien stammende Telegraphenpflanze:

Die untersten Fiederblättchen bewegen sich in einer Periode von 3 bis 5 Minuten auf und ab, ganz so, als würde die Pflanze Signale aussenden!
(Abfolge von Aufnahmen innerhalb einer Minute)

Desmodium motorium stammt aus dem tropischen Asien und gehört zu den Schmetterlingsblütlern. Damit ist diese Art mit unserem Klee verwandt. Die Blüten sind klein und rosagefärbt.

Die Telegraphenpflanze und die Mimose sind im Victoriahaus des Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss zu sehen.


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