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Sammlungen

Pflanze des Monats September 2007

Die Feige

Die Feige
Bild: Botanische Gärten Bonn

Wer schon einmal das Mittelmeergebiet bereist hat, der kennt natürlich auch Feigenbäume. Sie sind in allen trockenen Bereichen häufig anzutreffen und fast schon Charakterbäume von Ruinengeländen. Waren Feigen noch vor wenigen Jahren bei uns im Freien angepflanzt nicht zu finden, so hat sich dies grundlegend geändert: inzwischen gibt es winterharte Sorten, die bei uns sogar reifen. Die Echte Feige (Ficus carica) hat eine lange Kulturgeschichte, vermutlich war sie eine der ersten Arten, die von Menschen in Kultur genommen wurde und zwar in Westasien!

Die Gattung Ficus ist riesengroß, sie umfasst weltweit über 750 Arten, darunter so bekannte wie der gute alte Gummibaum (Ficus elastica) oder die überall in Wohn- und Büroräumen zu findende Birkenfeige (Ficus benjamina).

Die Echte Feige ist ein kleiner, höchstens 8 Meter hoch werdender Baum oder Strauch mit charakteristischen, drei- bis fünflappigen, ledrigen Blättern. Das Feigenblatt ist wohl jedem aus der Mythologie oder aus der Kunst bekannt. Für Botaniker ist der ungewöhnliche Aufbau der Blütenstände und die komplizierte Art der Befruchtung äußerst interessant: die Blütenstandsachse wächst krugförmig nach oben und umschließt Hunderte von Einzelblüten, die somit in das Innere verlagert sind. Durch eine kleine Öffnung können speziell angepasste kleine Gallwespen in das Innere des Blütenstandes gelangen, wo sie die Befruchtung durchführen. An diesem Vorgang sind zwei Gallwespen-Generationen und zwei Varietäten der Feige (Haus- oder Essfeige und Bocksfeige) beteiligt.

In den Botanischen Gärten werden Feigen an verschiedenen Stellen kultiviert, die Schönste am Eingang zum Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg.


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