Home | Übersicht | Kontakt | Impressum

Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Sammlungen

Pflanze des Monats November 2007

Die Mispel

Die Mispel
Bild: W. Lobin

Die Echte Mispel (Mespilus germanica), ein kleiner, bis 5 Meter hoch werdender Baum, ist ein uraltes Obstgehölz. Im Mittelalter war sie bei uns weit verbreitet, danach geriet sie aber in Vergessenheit. Heute wird sie wieder wegen ihrer schönen, großen, weißen Blüten verstärkt als relativ anspruchloses Ziergehölz in Gärten genutzt. Sie gehört zu den Rosengewächsen, die Blüten erinnern an die von Äpfeln, sind aber größer.

Ursprünglich stammt die Echte Mispel aus Südeuropa, Vorderasien und dem Kaukasus, gelegentlich ist sie in Mitteleuropa verwildert. Der lateinische Artnamen germanica zeigt, dass der Beschreiber dieser Art, Carl von Linné, der Meinung war, dass diese Art aus Deutschland stammt.

Die Echte Mispel hat etwa 2 - 4 cm große apfelartige Früchte. Diese haben charakteristische lange Kelchzipfel, sind behaart, bräunlich gefärbt und sehr hart. Sie müssen lange am Baum verbleiben, um ihren ganz speziellen, säuerlich-aromatischen Geschmack zu entwickeln. Man sollte sie erst verwenden, wenn sie weich geworden sind. Selbst ein Frost schadet dem Aroma nicht. Sie sind reich an verschiedenen Inhaltsstoffen (zum Beispiel Gerbstoffe, Perktin) und eignen sich gut zur Herstellung von Marmeladen. Aber auch Säfte, Wein und Likör werden aus Mispeln hergestellt.

Nicht zu verwechseln, trotz der Namensähnlichkeit, ist die Mispel mit der Mistel (Viscum album). Die Mistel ist ein Schmarotzer und als Weihnachtssymbol wohl jedem bekannt.

Ein schönes Exemplar der Echten Mispel ist im Nutzpflanzengarten am Ausgang zur
Carl-Troll-Straße zu finden.


Übersichten