Home | Übersicht | Kontakt | Impressum

Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Karnivore Pflanzen

Fallen und Arten

Die karnivoren Pflanzen haben verschiedene Fangmechanismen entwickelt: Alle Fangapparate stellen Abwandlungen von Blättern oder Blattteilen dar.

Gleitfallen

Bei diesem relativ simplen Fallenmechanismus rutschen Beutetiere in ein mit Verdauungsflüssigkeit gefülltes „Verdauungsbecken“.

  1. Zisternenfallen (Brocchinia und Catopsis, Bromeliaceae)
  2. Kannenfallen (Cephalotus (Cephalotaceae) und Nepenthes (Kannenpflanze, Nepenthaceae)
  3. Schlauch- oder röhrenförmige Fallen (Sarracenia, Darlingtonia und Heliamphora (Sarraceniaceae).

Klebfallen

Angelockte Beutetiere werden durch ein von Drüsen ausgeschiedenes, zähflüssiges Sekret festgehalten und erstickt. Es gibt sowohl aktive Vertreter, die ihre Fangapparate bewegen können, als auch passive.

Klebfallen kommen bei folgenden Gattungen vor: Sonnentau (Drosera, Droseraceae), Fettkraut (Pinguicula, Lentibulariaceae), Drosophyllum lusitanicum (Drosophyllaceae), Regenbogenpflanze (Byblis, Byblidaceae), Wanzenpflanze (Roridula, Roridulaceae), Triphyophyllum peltatum (Dioncophyllaceae).

Klappfallen

Gelangt ein Beutetier auf die bewegliche Blattspreite, so schnappt diese in Sekundenschnelle zu sobald das Tier in kurzen Zeitabständen mehrmals in Berührung mit speziellen Sensorhaaren kommt. Klappfallen kommen nur innerhalb der Familie der Droseraceae bei der Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) und der Wasserfalle (Aldrovanda vesiculosa) vor.

Reusenfallen

Einen besonders raffinierten Fallentyp, eine Reusenfalle, findet man bei der Gattung Genlisea, die in Südamerika und Südafrika bis Madagaskar vorkommt. In das Falleninnere gerichtete Haare verhindern ein Entkommen von Beutetieren und lenken diese weiter in die Falle hinein bis sie in eine Art Fangblase gelangen wo verdauende Enzyme ins Falleninnere abgegeben werden

Saugfallen

An Kompliziertheit und vor allem Geschwindigkeit können sich alle anderen Karnivoren am Prinzip der Saugfalle nicht messen. Mit circa 1/500s gehört die Bewegung dieses Fallentyps zu den schnellsten im Pflanzenreich. Die Beutetiere werden durch einen Wassersog in eine blasenartige Falle gesaugt, in der ein Unterdruck herrscht. Diesen komplizierten Fallentypen gibt es nur bei der Gattung Utricularia (Wasserschlauch, Lentibulariaceae).