Home | Übersicht | Kontakt | Impressum

Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Karnivore Pflanzen

Aktuelle Forschungsprojekte

Am Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen werden aktuelle Forschungsprojekte zu karnivoren Pflanzen durchgeführt. Themenschwerpunkte sind Evolution des Karnivorensyndroms, Karnivore Pflanzen Madagaskars und Gleitstrukturen bei karnivoren Pflanzen. Aktuell wird die Zusammensetzung des Futter-Sekretes an den Kannen von Nepenthes lowii untersucht.

Womit füttert Nepenthes lowii ihre Spitzhörnchen Symbionten? Chemische Analyse des Futter-Sekretes

Ansprechpartner: Dipl. Biol. Katja Rembold

Die asiatische Kannenpflanze Nepenthes lowii lebt in Symbiose mit einem Spitzhörnchen (Tupaia montana): N. lowii kommt ausschließlich im Hochland von Nord Borneo vor (1800-2600m über dem Meeresspiegel). In diesen Höhenlagen sind Ameisen und andere Insekten, welche normalerweise die Hauptbeute von Nepenthes bilden, selten. An der Deckelunterseite ihrer stark modifizierten Kannen produziert N. lowii ein weißes Sekret welches von den Spitzhörnchen gefressen wird. Durch die toilettenförmige Form der Kanne werden die fäkalen Ausscheidungen der Tiere aufgefangen und dem Nährstoffhaushalt der Pflanze zugeführt. Auf diese Weise profitieren beide Organismen voneinander (Clarke et al. 2009, Chin et al. 2010). In Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie und der Hochschule Rhein-Waal untersuchen wir die chemische Zusammensetzung des Futter-Sekretes.

  • CHIN, L., MORAN, J. A., CLARKE, C. M. (2010): Trap geometry in three giant montane pitcher plant species from Borneo is a function of tree shrew body size. New Phytologist 186(2): 461–470.
  • CLARKE, C. M., BAUER, U., LEE, C. C., TUEN, A. A., REMBOLD, K., MORAN, J. A. (2009): Tree shrew lavatories: a novel nitrogen sequestration strategy in a tropical pitcher plant. Biology Letters 5: 632-635.


Während das Futter-Sekret von Nepenthes lowii an kultivierten Pflanzen oft gut sichtbar ist, wird es am Naturstandort sofort von den Spitzhörnchen gefressen.
Foto W. Barthlott (links) und K. Rembold (rechts)

Ein dreijähriges DFG-Projekt zum Thema „Diversität und Ökologie der karnivoren Pflanzenfamilie Lentibulariaceae: Nischendifferenzierung, Evolution der Fangorgane und Beutespektrum“ wurde bereits im Jahr 2004 abgeschlossen. Alle Ergebnisse dieses Projektes sind in das Buch „Karnivoren - Biologie und Kultur Fleischfressender Pflanzen“ eingeflossen.