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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Gartengeschichte

Schlossplan
Abb. 1: Poppelsdorfer Schloss mit barocker Gartenanlage. Kolorierter Plan von G. Hauberat, ca. 1718 (aus H.Stoverock)

Auf uraltem Kulturland stand an der Stelle des heutigen Gartens eine mittelalterliche Wasserburg, die sich seit etwa 1340 im Besitz der Kurfürsten von Köln befand. Um 1650 umgab das Schloss ein prachtvoller Renaissance-Garten mit Orangerien. Die spätere barocke Gartenanlage, die in ihrer Grundstruktur bis heute erhalten ist, entstand um 1720. Der Sonnenfürst Clemens August vollendete 1746 den Bau des Rokoko-Schlosses »Clemensruh«. Zwei gewaltige Buchen sind die letzten Überlebenden seiner Regierungszeit.


Das erste Verzeichnis der im Botanischen Garten Bonn kultivierten Pflanzen von 1820.
Verzeichnis herunterladen (pdf, 16 MB)

Mit der Gründung der Universität 1818 wurde der Park unter dem ersten Direktor Nees von Esenbeck in einen wissenschaftlichen Garten umgestaltet. Nees beschrieb in Bonn zahllose Pflanzen aus den Tropengebieten der Erde: Goethea cauliflora erinnert an seine Freundschaft mit dem Dichterfürsten; weitere von Nees beschriebene Arten sind die altbekannte Gloxinie (Sinningia speciosa) und der Riesenbambus (Dendrocalamus).

Bedeutende Wissenschaftler wie J.v. Hanstein, W. Pfeffer, J.v. Sachs, A.W.F. Schimper, E.v.Regel, Sir Dietrich Brandis und Friedrich August Körnicke waren in Poppelsdorf tätig. Unter der Direktion von E. Strasburger besaß Bonn um die Jahrhundertwende nach Berlin einen der bedeutendsten Gärten des preußischen Staates. Die Wegebezeichnungen im Garten  erinnern an bedeutende Persönlichkeiten, die mit seiner Geschichte verknüpft sind.

Vom Ersten Weltkrieg wurde der Garten nicht direkt betroffen, 1945 hingegen stand man vor einem Trümmerfeld. Der Wiederaufbau wurde letztlich erst 1979-1984 mit dem Bau der neuen Gewächshausanlagen abgeschlossen. Sie sind heute mit modernster Technik ausgestattet; der Pflanzenbestand ist seit 1990 beinahe vollständig über ein Computersystem dokumentiert.

Blühende Geschichte: Historischer Rundgang im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss Clemensruh

Zurück zu den Wurzeln heißt es beim historischen Rundweg in den traditionsreichen Botanischen Gärten der Universität Bonn. Hier lässt sich noch heute die bewegte Geschichte des Schlossgartens von Poppelsdorf, der bereits seit 1818 als botanischer Garten der Universität dient, erleben und erkennen. Überreste des mittelalterlichen Burggrabens sind ebenso sichtbar wie die barocke Garteneinteilung.

Sieben Infotafeln veranschaulichen die jeweiligen Spuren der Geschichte und informieren über den Poppelsdorfer Schlossgarten vom Mittelalter bis zum Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg.

Den Weg zu den Infotafeln weist ein Faltblatt, das einen Überblick über die Historie des Poppelsdorfer Schlossgartens gibt und zur Spurensuche einlädt.

Das Faltblatt ist im Sekretariat des Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss oder hier als kostenfreier Download (pdf, 6.1 MB) erhältlich.

Ausführlichere Informationen

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